Der HuGV auf den Spuren Martin Luthers

Geschichtsinteressierte Frauen und Männer des Heimat- und Geschichtsvereins machten sich am 23.06.2017 gemeinsam mit Vertretern der beiden Kirchengemeinden des Kirchspiels Fuldabrück auf den Weg, um die Spuren Martin Luthers und seiner Familie in Eisleben und Mansfeld aufzuspüren.
Die zweistündige Anreise wurde unterwegs mit einer zünftigen Imbisspause verbunden. Dann gingen alle 58 Teilnehmer gut gestärkt auf historische Spurensuche. Im Mittelpunkt des Interesses standen dabei Luthers Geburts- und Sterbehaus und seine Taufkirche in Eisleben und Mansfeld, der Ort, in dem seine Familie lebte und wo Luther zur Schule gegangen ist.
„Von daher bin ich“ prangt in großen Lettern an Luthers Geburtshaus, wo er am 10. November 1483 geboren wurde. Sein Geburtshaus in der heutigen Lutherstr. 15, ein typisches bürgerliches Wohnhaus, beherbergt eine ständige Ausstellung. Rund 250 Exponate erzählen von der Herkunft des Reformators, von der Bergbautätigkeit des Vaters, von der Frömmigkeit und der Spiritualität des Mittelalters sowie von der Taufe und dem Lebenslauf Martin Luthers. Schon Ende des 17. Jahrhunderts war hier ein Museum für Lutherpilger eingerichtet worden. Es ist also eine der ältesten Einrichtungen dieser Art.
Die Orte, an denen Luther in Eisleben einst weilte, verbinden sich in einmaliger Weise mit Architektur und Ingenieurbaukunst: eine bauliche Substanz, die alte und neue architektonische Elemente der modernen Nutzung angepasst hat. Das gilt auch für Luthers Sterbehaus. Auf seiner letzten Reise nach Eisleben, wo Luther im Nachlassstreit der Grafen von Mansfeld vermitteln wollte, starb er 1546 vermutlich an einem Herzinfarkt. Diese Ausstellung in seinem Sterbehaus erzählt von der letzten Reise des Reformators nach Eisleben und von seinen letzten Tagen dort. Außerdem wird der Blick auf Luthers Wege bei der Auseinandersetzung mit Sterben und Tod in seiner Familie und im Freundeskreis gerichtet. Sehenswert ist außerdem die Petrikirche aus dem 15. Jahrhundert, unter deren Turmgewölbe Martin Luther einen Tag nach seiner Geburt 1483 getauft wurde. Die Taufe war das wichtigste Ereignis, das Luther für immer mit Eisleben verband. Zentrale Blickpunkte in der Petrikirche sind ein Taufstein aus dem Jahr 1518 und ein großes Rundbecken mit bewegtem Wasser, in dem Ganzkörpertaufen möglich sind.
Die zweite Station auf dem interessanten Tagesausflug war nach dem gemeinsamen Mittagessen die Stadt Mansfeld, in der sich Martin Luthers Kindheit abspielte. Hier siedelte sich Luthers Vater Hans 1484 als Hüttenmeister an und schon bald gehörte die Familie Luther zu den wohlhabendsten Familien der Stadt. Von dem einstmals gewaltigen Anwesen, auf dem die Familie lebte, ist heute nur noch ein Drittel erhalten. In der Mansfelder Stadtschule lernte Luther von 1488 – 1496 Rechnen, Schreiben, Lesen und Singen und die Anfänge des Lateinischen. Es herrschten strenge mittelalterliche Lehrmethoden und Luther galt als begabter, aber stiller und zurückhaltender Schüler. Aufgrund baulicher Mängel wurde „Luthers Schule“ abgerissen und im Jahre 2000 neu aufgebaut. Dicht bei Luthers Elternhaus wurde ein Museum eingerichtet. In der St. Georgskirche, die die Fuldabrücker Geschichtsfreunde auch besuchten, war Luther Ministrant.
Den Schlusspunkt dieser Fahrt bildete ein gemeinsames Kaffeetrinken auf dem Schloss Mansfeld, das heute eine christliche Jugendbildungsstätte beherbergt.


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