Fahrt zum Kloster Corvey und zur Porzellanmanufaktur Fürstenberg am 13.Juni 2015

Mitglieder und Freunde des Heimat- und Geschichtsvereins Fuldabrück starteten am 13. Juni zu einem ganztägigen Busausflug ins Weserbergland. Zunächst fuhr uns der Bus nach Baunatal, um die dortigen Teilnehmer und diesjährigen Veranstalter unserer gemeinsamen Reise aufzunehmen.
Nach der Ankunft im Kloster Corvey bei Höxter begann sogleich die Führung durch die riesige Kloster- und Schlossanlage. Das Kloster wurde im Jahre 822 von einem Vetter Karls des Großen im Auftrag von Ludwig dem Frommen gegründet. Bereits 823 schenkte der Kaiser dem Kloster den Königshof und die Reliquien des Heiligen Stephanus. Dadurch wurde Corvey das Ziel zahlreicher Pilger. Die dreischiffige Basilika wurde 844 fertiggestellt und geweiht. Später wurde das sogenannte Westwerk angeschlossen.
Mit Kaiser Heinrich II begann die Blütezeit als Reformkloster. Die Abtei entwickelte sich im 9. und 10. Jahrhundert zu einem kulturellen, geistigen und wirtschaftlichen Zentrum im Gebiet der Sachsen und wurde im Laufe der Jahre durch königliche Güterübertragungen und Schenkungen des sächsischen Adels zu einem der reichsten Klöster im deutschen Raum. Der Niedergang des Klosters vollzog sich mit dem Ende der Stauferzeit. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kloster stark zerstört. Der Wiederaufbau der Klosteranlage erfolgte zwischen 1649 und 1756, ebenso der Neuaufbau der Bibliothek. Im Jahre 1803 wurde das Fürstbistum Corvey durch den Reichsdeputationshauptschluß aufgehoben. 1807 wurde Corvey Bestandteil des Königreichs Westphalen, 1815 preußische Domäne. 1820 gelangte die Anlage in den Besitz des Landgrafen von Hessen-Rotenburg, der es 1840 dem Herzog von Ratibor (Oberschlesien) vererbte. Seit 2014 ist die ehemalige Klosteranlage einschließlich des Westwerks Weltkulturerbe. Die beiden klösterlichen Bibliotheken wurden an Bistümer übertragen. In der umfangreichen Bibliothek wirkte nach 1860 bis zu seinem Tod in 1874 der Dichter Hoffmann von Fallersleben - berühmt geworden durch das von ihm verfasste Deutschlandlied.
Am Ende unserer kurzweiligen und unterhaltsamen Führung konnten wir auch Teile der riesigen Büchersammlung in mehreren Räumen besichtigen.
Nachdem wir uns im Klosterrestaurant gestärkt hatten, ging unsere Reise weiter nach Fürstenberg, um am Nachmittag Eindrücke von der dortigen Porzellanmanufaktur zu gewinnen. Dies war jedoch wegen Renovierungsarbeiten nur eingeschränkt möglich. Es blieb beim Besuch der umfangreichen Verkaufsausstellung, in der die filigran gearbeiteten Porzellanprodukte betrachtet und auch gegen bare Münze erworben werden konnten. Nach dem abschließenden Kaffeetrinken im Schlossrestaurant traten wir dann - sogar etwas zeitiger als geplant - unsere Heimreise an.


Der Tag in einigen Bildern