Lieder gegen den Krieg und für den Frieden

Der Heimat-und Geschichtsverein Fuldabrück e.V. (HuGV) organisierte ein überwältigendes Konzert in der Dörnhagener Kirche am 07.04.2019


Einhundert und noch mal 74 Jahre sind es her, dass die beiden verheerenden Weltkriege, die von deutschem Boden ausgingen, beendet wurden. Millionen an Toten und unendliches Leid waren das Ergebnis dieser Kriege. Anlässlich dieser traurigen Jubiläen hat der HuGV ein Friedens- und Freiheitskonzert mit dem Liedermacher und ehemaligem Spangenberger Lehrer Peter Slaby organisiert, das von dessen Frau Margit fach- und sachkundig moderiert wurde. Schon in seiner Begrüßungsansprache vor gut 120 Zuhörern in der Dörnhagener Kirche hat der Vorsitzende des HuGV, Rolf Mell, auf den Anlass und die Thematik des Konzertes hingewiesen und besonders betont, dass zu Frieden und Freiheit auch die Liebe unbedingt dazu gehöre, damit das friedliche Zusammenleben der Menschen in der Welt auch funktioniert.
Den Einstieg in das Konzert bildete Bob Dylans 1963 entstandener Song „Blowin´ in the Wind“, in dem die Frage gestellt wird, wie viele Tote es eigentlich noch geben muss, bis man einsieht, dass bereits viel zu viele gestorben sind. Dieses Lied hat über Workshops, Lagerfeuer und Demos den Weg in die amerikanische Bürgerrechtsbewegung und Anti – Vietnam – Bewegung zu den westdeutschen Ostermarschierern und Friedensaktivisten in die jugendlichen Protestbewegungen in der ganzen Welt gefunden und bis heute nichts von seiner Aktualität und Aussagekraft verloren. Insgesamt 18 Lieder von Bob Dylan über Crosby, Stills, Nash and Young, Simon and Garfunkel, Georges Moustaki, Donovan, Joan Baez, Berry McGuire und John Lennon - eine spannende und betroffen machende Zeitreise durch die 60er und 70er Jahre des letzten Jahrhunderts stand auf dem Programm. Auch das deutsche Antikriegs- und Volkslied „Zogen einst fünf wilde Schwäne“ aus dem Jahre 1908, in Ostpreußen und dem Memelland entstanden und in der Liedersammlung „Der Liederschrein“ 1918, zum Ende des Ersten Weltkrieges ,erstmals veröffentlicht, traf nicht nur damals die Stimmungslage, die Ernüchterung und den Nerv der Zeit. Über die Jugendbewegung in den 20er Jahren hat das Lied das Publikationsverbot während der Nazizeit überlebt und ist vor allem Ende der 70er Jahre vom berühmten deutschen Liedermacher Hannes Wader wieder neu entdeckt und gesungen worden. Überhaupt waren es häufig Volkslieder aus unterschiedlichen Ländern, von denen sich die Folk-Interpreten in Europa, Amerika und Asien inspirieren ließen. Das Ergebnis sind wunderbare Lieder, die zu Ohrwürmern geworden, auch die zahlreichen Zuhörer in Dörnhagen wieder begeisterten. Oft unplugged (ohne Verstärker gespielt), manchmal mit eingespielter zweiter Stimme hat Slaby eindringlich und emotional stark berührend, die Zuhörer in den Bann altbekannter Lieder gezogen, deren Refrain häufig mitgesungen werden konnte.
Aber nicht nur die sog. 68er Generation fühlte sich repräsentiert, sondern auch die jüngeren Zuhörer, die, wie Pfarrerin Anna Debes es in ihrem Grußwort ausdrückte, viele der Lieder auf den Plattentellern der Eltern haben hören können. Margit Slaby hat zu jedem einzelnen Lied eine kleine Entstehungsgeschichte mitgeliefert und auch eine Übersetzung der oft schwierigen, teils philosophischen Texte präsentiert.
Nach zwei Stunden ging ein Konzert zu Ende, dem man noch viel länger hätte lauschen können. Der Wunsch nach einer Wiederholung eines solchen Abends war vermehrt zu hören. Der HuGV hatte seine Gäste in der Pause zu einem Gläschen Wein eingeladen. Der Vorsitzende des HuGV dankte den Aktiven und den Zuhörern für den wunderbaren Abend. Die üppigen Spendenbeiträge, die zusammen kamen, werden zu gleichen Teilen an die Kirchengemeinde Dörnhagen und den Verein Kasseler Hospital e.V.- Hospizdienst am Palliativzentrum Nordhessen - weiter gegeben.


Der Auftakt: „Blowin´ in the wind“ mit Peter Slaby


Engagiert und einfühlsam - Peter Slaby beim Liedvortrag


Blick auf die vollbesetzten Kirchenbänke


Verschnaufpause zwischendurch mit Umtrunk