Fahrt nach Schmalkalden am 21.06.2012

Die gemeinsame Fahrt des HuGV Fuldabrück mit den Geschichtsfreunden Baunatal führte in die für Protestanten geschichtsträchtige Stadt Schmalkalden.
Unsere informative Stadtführung folgte den zahlreichen Spuren der Reformation und begann in der gotischen Hallenkirche St. Georg. Hier predigten 1537 die namhaftesten protestantischen Theologen, darunter zwei Mal Luther. Ein Relief des Reformators im Mittelschiff erinnert an den Platz der damaligen Kanzel. In der Paramentenkammer, auch Lutherstube genannt, befindet sich ein kleines Museum.
Das Rathaus neben der Kirche war Gründungs- und wichtigste Beratungsstätte des Schmalkaldischen Bundes, der Ende 1530 von den evangelischen Landesherren von Hessen, Kursachsen, Brandenburg-Ansbach, Braunschweig-Lüneburg und Anhalt sowie 14 freien Reichs- und Hansestädten als Schutzbündnis gegen den katholischen Kaiser Karl V begründet wurde. Besondere Bedeutung hatte Landgraf Philipp von Hessen, zu dessen Herrschaftsgebiet Schmalkalden seit dem 14. Jhdt. gehörte und damals zweitgrößte hessische Stadt nach Kassel war. Der Bund traf sich hier acht Mal. Die Wappen der Bündnispartner sind im Eingangsbereich des Rathauses zu sehen.
Der Rundgang führte nun zum Lutherhaus.  Hier logierte Luther Anfang 1537 in einem stattlichen Fachwerkhaus zu Füßen des Schlossberges. Eine stuckierte Tafel mit Inschrift und dem  Schwan als Symbol für den Reformator erinnert an die Unterzeichnung der „Schmalkaldischen Artikel“ im Februar 1537 im heutigen Lutherhaus, die zu einer wichtigen Grundlage des evangelisch-lutherischen Glaubens werden sollten.
Neben der Lehre von der Rechtfertigung allein aus dem Glauben übte er Kritik am Papsttum, der Reliquienverehrung, dem Ablasshandel und der Lehre vom Fegefeuer. Der Bund tagte auch mehrfach im Hessenhof. Hier befindet sich im Untergeschoss die Darstellung der Iwein-Sage von 1225/30, die zu den ältesten profanen Wandmalereien Mitteleuropas gehört. Nach dieser Informationsflut bot das Mittagessen im „Rathaus“ eine willkommene Abwechslung.
Sorgfältig sanierte Fachwerkhäuser und „Steinerne Kemenaten“ sowie die Stadtkirche St. Georg prägen das Bild der Altstadt, über der auf einer Anhöhe Schloss Wilhelmsburg thront. Auch hier wurden wir von einer engagierten Führerin mit zahlreichen  Informationen versorgt. Landgraf Wilhelm IV ließ zwischen 1585 und 1590 das vierflügelige Renaissanceschloss als Nebenresidenz errichten, da das Amt Schmalkalden nach dem Aussterben der Grafen von Henneberg seit 1583 dem Landgrafen und späteren Kurfürsten von Hessen-Kassel zufiel.  Prächtige Wandmalereien und Stuckatur sind Merkmale der Innenräume. Die dreigeschossige Schlosskapelle sticht durch die Ausrichtung von Altar, Kanzel und Orgel in einer Achse hervor. Eine der ältesten Holzorgeln Europas erklingt hier. Der „Daantz-Saal“ als Festsaal des Schlosses nimmt fast die ganze Breite und Länge des Ostflügels ein, der ursprüngliche Kamin mit Rollwerkaufsatz sowie das Porträt des Landgrafen über der Nordtür sind erhalten. Die Dauerausstellung entführte uns in die Zeit Luthers, der Reformation und des Schmalkaldischen Bundes. Den Abschluss der interessanten Führung bildete die Besichtigung der Nachbildung der Iwein-Sage im Kellergewölbe.

Fazit:
Eine gelungene, sehenswerte Führung.

Auf dem Rückweg zum Bus sahen wir Bischof Hein, der am Abend im Rahmen der 475 Jahre-Festwoche einen Disput mit dem Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann in der Stadtkirche führte.

Mit einem herzlichen Dank an die Organisatoren der Fahrt und an  Busfahrer Jens endete die historische Reise gegen 19.30 in Fuldabrück.


Erinnerungen an eine Fahrt nach Schmalkalden

Hallo Freunde aufgewacht:
Heut´ wird eine Fahrt gemacht.
Der Heimat- und Geschichtsverein,
er lädt uns nach Schmalkalden ein.
Wie bereits beim ersten Mal
der Bus, der kam aus Baunatal,
besetzt mit vielen netten Leuten,
die sich auf viel Geschichte freuten.
Also fuhren wir nach Schmalkalden
um einmal Umschau dort zu halten.
Allein die Fahrt  war ein Genuss,
die man recht gut sich merken muss.
Kaum im Zentrum angekommen,
wir wurden in Empfang genommen.
Zwei Damen - vorher engagiert -
haben uns durch die Stadt geführt.
Ein Ort, der aus dem Mittelalter stammt,
inzwischen neu, wie man ihn nie gekannt.
Wahrscheinlich, weil es nötig war
nach DDR Zeit über 40 Jahr´.
Darüber woll´n  wir nicht befinden
gibt es doch Dinge, die uns eng verbinden.
Schmalkalden war ein Teil von Hessen,
der Landgraf hat es lang besessen,
weil Erben nicht zur Stelle waren.
Das war vor ein paar hundert Jahren.
Reform der Kirche fing dort an,
so war des Landgraf Philipps Plan.
Und daraus wurde Weltgeschichte
mit Kirche als dem Schwergewichte.
Und in der Herrschaft um Schmalkalden
hat sich historisch fest erhalten,
dass dort jeder evangelische Christ
ein Teil der Kirche Hessens ist.
Weil das so ist bis zum heutigen Tage,
da war es für uns Hessen keine Frage,
dort mal einen Besuch abzustatten.
Weil wir auch gutes Wetter hatten,
lohnte es sich in alle Ecken zu gucken
und über den Fußweg zum Schloss nicht zu mucken.
Mit Bravour wurde der Anstieg besiegt
zu dem hessischen Schloss, das in Thüringen liegt.
Wir haben mittelalterliche Gemäuer bestaunt
und neugierig zu fragen uns auch getraut.
Heute ist´s Stätte für Konzert und Basar
ausgestellt wird vieles, wie es früher mal war.
Trotz allem Gesehenen nicht zu vergessen,
es gab ein vorzügliches Mittagessen.
Bestellt von unseren Organisatoren.
Ich bitte: Fühlt euch auserkoren,
auch im nächsten Jahr was Schönes zu suchen.
Wir werden nur Gutes über euch verbuchen.
Wir danken für den Fleiß und die Mühe,
wobei ich kurz Bilanz noch ziehe:
Alle waren gut informiert
und an den Geschehnissen sehr interessiert.
In Gedanken sind wir noch bei Philipp von Hessen,
doch Schmalkalden werden wir nicht vergessen.

Diese Verse schrieb unser Mitglied Hedwig Fehr aus Dörnhagen.

hier noch einige Bilder