Besuch im Tropengewächshaus der Uni Kassel in Witzenhausen
Eine Tour zum Äquator und zurück

Der Heimat- und Geschichtsverein in tropischen Gefilden in Witzenhausen
Wie das geht? Eine Tour durch die Subtropen und Tropen zum Äquator und zurück an einem Nachmittag?
Ganz einfach: Im Gewächshaus für tropische Nutzpflanzen in Witzenhausen ist das möglich. Der Heimat- und Geschichtsverein Fuldabrück e.V. hatte kürzlich interessierte Mitglieder und Freunde des Vereins zum Besuch des Tropengewächshauses der Universität Kassel an den Standort Witzenhausen eingeladen.
Auf einer Fläche von nur 1200 qm konnten die Besucher auf einem Rundgang drei verschiedene Klima- bereiche durchqueren: die „Subtropen“, das „Tropische Hochland“ und das „Tropische Tiefland“. Alle drei Abteilungen unterscheiden sich deutlich in Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
Im Tropengewächshaus fruchten etwa 450 verschieden Pflanzenarten, ausschließlich Pflanzen, die wir Menschen nutzen können. Man kann eine Kaffee- und Teeplantage, eine Bananenpflanzung oder den Anbau von Baumwolle, Pfeffer oder Erdnüssen kennenlernen.


Unter dem Blätterdach der Kakaoplantage


Kallebassen - Formen- und Nutzungsvielfalt bei Flaschenkürbissen

Ein hoch kompetenter Student des Studiengangs Ökologische Landwirtschaft hat der Gruppe auf dem einstündigen Rundgang einen guten Querschnitt durch die Welt der Nutzpflanzen offeriert und damit auch einen Einblick in die Landwirtschaft und den Gartenbau der tropischen und subtropischen Länder gewährt. Das Gewächshaus ist für Lehre und Forschung eingerichtet und unterstützt die Studierenden während der Ausbildung und Wissenschaftler/innen bei Versuchsfragen zum tropischen Pflanzenbau. Im Haus stehen ausschließlich Pflanzen, die wir Menschen nutzen können, Pflanzen, die uns Stärke, Fett und Eiweiß; Gemüse, Obst und Gewürze; Heil- und Genussmittel, Fasern und Bauholz, Tierfutter, Energie und vieles mehr liefern.
Wie in den eigenen vier Wänden so tauchen auch im Tropengewächshaus Spinnmilben, weiße Fliegen, Thripse oder Wollläuse regelmäßig auf. Seit 1990 werden diese Schadorganismen mit sogenannten Nützlingen, das sind räuberische und parasitische Gegenspieler, biologisch bekämpft.
Das Tropengewächshaus Witzenhausen ist ein Haus mit Geschichte; das erste entstand bereits im Jahre 1902. Damals nutzte die „Deutsche Kolonialschule für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe“ die Bestände
von Bananen, Kaffee und Tee für die Ausbildung ihrer Schüler.


Das große Tropengewächshaus - errichtet in 1937

Das heute genutzte Tropengewächshaus basiert auf einem baulichen Kern aus dem Jahre 1965. Seit dieser Zeit erfolgten regelmäßige Anbauten und Erweiterungen, um die moderne Lehre und Forschung durch ständige technische Erneuerungen zu ermöglichen.
Das Tropengewächshaus bietet seinen Besuchern verschiedene thematische Führungen an, auch Bildungsangebote in Seminarform können wahrgenommen werden.


Zum Schnuppern und Probieren: Kaffeebohnen - roh und geröstet -


Alle vereint nach dem Besuch - natürlich mit Durst auf Kaffee

Sogar der englische Thronfolger Prinz Charles hat dem Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften und dem Tropengewächshaus in Witzenhausen auch schon Besuche abgestattet.

Unbestritten hat der Fachbereich einen hervorragenden Ruf in der ökologischen und internationalen Agrarausbildung. Die Spezialisierung auf ökologische Agrarwissenschaften ist weltweit einzigartig für einen Fachbereich. Zur Zeit studieren über 1000 junge Menschen praxisbezogen in Witzenhausen.

Bei Kaffee und Kuchen endete ein interessanter und lehrreicher Nachmittag.